Freitag, 14. Juli 2017

Der Mann und die Norr

Ein Update über "Hündchen" Norr ist ohnehin schon lange fällig - lasst mich daher doch einfach über ein Duo der besonderen Art berichten, DEM Dreamteam im Hause Sudda.

Damit man aber ein bisschen mehr Einblick in die Geschichte bekommt, möchte ich zunächst ein wenig zurückblättern im Kalender des Lebens, für diejenigen, die noch nicht wissen, um wen es sich dreht - ansonsten könnt ihr ja beim Lesen weiter vor hopsen:

Norr - der Anfang


Norr ist unser "neuer" Hund. Sie ist bei uns letzten November eingezogen. Eigentlich wollte ich gar keinen Hund mehr. Eigentlich. Und dann kam das so: Herzensbrechereien

Exkurs:
Norr ist übrigens einer der Hunde, die von Susi und ihrem Team in Portugal von den Straßen oder sonstwoher gefischt, liebevoll betüdelt und vermittelt werden. Sie leisten eine unglaubliche, ehrenamtliche Arbeit und ich kann sie jedem nur wärmstens ans Herz legen - hier die Webseite:
Hunde aus Zentralportugal zur Adoption

Jedenfalls war es gründlich um mich geschehen und mir war klar: Diese kleine schwarz-weiße Knubbeline gehört zu uns! Jetzt musste ich das nur mit dem Mann klären.

*tödötödötödötödötödötödötödötödötödö...zingzing...zingzing*
Dramatische Musik aus dem Film "Der weiße Hai" - wenn der Hai sich eben nähert!

Nach über 20 Jahren kenn ich natürlich die notwendigen Knöpfe, die gedrückt werden müssen, und zog so ziemlich alle Register. Darum heißt übrigens Norr auch Norr. ER durfte den Namen aussuchen (emotionale Bindung herstellen!!!) und da er den hohen Norden extrem liebt, heißt sie eben so. NORR heißt NORDEN.

Irgendwann willigte er ein, mit folgender Regel:

"Also Annika, eins halten wir fest. Das ist DEIN Hund! Du kümmerst dich, du gehst Gassi, du fütterst, du machst Tierarztbesuche. ICH will damit NICHTS zu tun haben. Es ist und bleibt DEIN Hund und DEINE Verantwortung." 

Hab ich natürlich alles versprochen. Logo. Eine Episode aus dem mehrteiligen Berater über entspannte Ehen mit der Kapitelüberschrift "Jaja, laber du!" halt. DENN: Ich kenn ihn, den Mann.

Und so kam SIE, das ist hier nachzulesen: Ein Hündchen kommt geflogen

Ein kleines Bündelchen, von Anfang an total lieb und verschmust, absolut entspannt im Umgang mit allem, was sich bewegt.

In nur Bruchteilen von Sekunden war es nicht nur um die Kinder und mich, sondern ebenfalls um den Mann geschehen, das war wirklich unglaublich. Schon zwei Tage später war die Rede von "UNSER Hund" - heute redet er übrigens von "MEIN Hund".

Aus der kleinen Knutschkugel von damals ist ein stattliches Mädchen geworden - eine spannende Entwicklung:

Dezember 2016

Mai 2017


Juli 2017


Ein Hund muss gut erzogen werden


Seitdem hat der Mann hier das Ruder übernommen. Nachdem er ungefähr das Internet über Hunde zu Ende gelesen hatte, bekam das Personal im Hause (also die Kinder, sofern anwesend, und ich) genaue Anweisungen, darüber z.B....

welche Leinen und Halsbänder zu verwenden sind * wann Welpen zahnen * wie viel Futter und welches * wie weit und lang Norr maximal spazieren gehen sollte * wie wir mit ihr umgehen sollen * wie das mit der Läufigkeit so läuft * und - ganz wichtig - welche Kommandoworte wir wählen sollen.


Wir kriegen beispielsweise Mecker, wenn wir nicht "HIER!", sondern "KOMM!" sagen. Geht GAR nicht, findet er! Unter uns: auf KOMM hört Norr genauso gut wie auf HIER.

Außerdem sollen wir sie nur NORR nennen. Tochter und ich haben aber eigene Namen dazu entwickelt - ob nun "Norri" (Tochter) oder "Nörkes" (ich), der Hund hört. Aber dem Mann fallen dann wieder einige Haare aus. Bestimmt!

Besonders stolz bin ich übrigens auf ein Kommando, das Norr echt gut beherrscht. Nämlich das Kommando:

GUTE NACHT!

Das hab ICH ihr beigebracht und das kam so: Ich war mal wieder auf dem Sofa eingenickt. Und nachts um halb 4 stand der Hund mit seiner Quietschekuh vor mir und wollte spielen.

What? Ich sagte deutlich "Gute Nacht!", drehte mich um und ignorierte sie. Norr starrte mich einen Moment an, drehte sich mit der Quietschekuh in der Schnute um und legte sich in ihr Körbchen. Heureka!

Seitdem ist "Gute Nacht!" das Kommando, wenn ich möchte, dass sie mit irgendwas aufhört. Das klappt toll!

Macht nur eben einen recht witzigen Eindruck auf Fremde, wenn ich am hellichten Tag mitten unterwegs streng "Gute Nacht!" zu meinem Hund sag und mich demonstrativ wegdrehe! Andere verwenden dafür wohl eher "Schluss!" oder "Aus!", aber Worte sind ja eh nur Schall und Rauch.

Überhaupt sind wir angehalten, stets liebevoll mit Norr umzugehen, denn, so hat der Mann mitgeteilt: Norr ist sehr sensibel! Jaha, nur damit ihr das wisst.

Der Hund ist auch prinzipiell NIE was Schuld, das sind immer nur WIR (also alle, außer der Mann selbst!). Egal, was sie tut, wir haben das verursacht. Das finde ich witzig, denn er scheint nicht richtig zu merken, dass sie ihn gewissenhaft um den Finger gewickelt hat.

Abends kann er da sitzen, den Hund ansehen und sowas sagen wie: "Ist sie nicht der beste Hund auf der ganzen Welt?" Klar, das ist sie auf jeden Fall, aber das von ihm zu hören, ist sowas von niedlich!

Norr und der Mann


Andersherum ist es aber genauso. Für Norr ist der Mann anscheinend das Größte überhaupt.

Wenn der Mann abends nach der Arbeit durch die Haustür tritt, steht Norr schwänzchenwedelnd vor ihm. Dann bückt er sich und SIE! KNABBERT! LIEBEVOLL! SEINEN! BART!

*kreisch*

(Mir wurde natürlich sofort erklärt, dass das ganz wichtig für die Bindung ist. Jawohl. Das hat der Mann im Internet gelesen. Ich glaub, die Wölfe machen das auch, oder so.)

Dann wir der Hund gekrault und der Hund dreht sich und wedelt mit dem Schwänzchen. Mindestens fünf Minuten lang. Erst DANN werden wir registriert. Es kann aber sogar sein, dass wir dann erst einmal gefragt werden, wie denn NORRS TAG so war. Hö?

Die beiden gehen von Herzen gerne zusammen wandern und wo der Mann ist, will Norr auch gerne sein. Die kleben aneinander wie Pech und Schwefel. Besser hätte es keinen von beiden treffen können.

<3

Nächstes Mal erzähle ich euch etwas mehr darüber, wie Norr charakterlich drauf ist. So einen gechillten Hund gibt es nämlich echt vielleicht kaum noch einmal!




P.S.: Was ich noch sagen wollte: Ich bin übrigens (fast) genauso wichtig - sowohl für Norr, als auch für meinen Mann. ;)






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Kommentare:

  1. Das klingt nach wahrer Liebe!! :)
    Bei uns gibt es übrigens auch einen Unterschied zwischen "Hier!" und "Komm!"
    "Komm" hat die Bedeutung von "ich würde mich echt freuen, wenn du endlich mal die Nase vom Boden nähmest und mir zumindest gemächlich hinterher tapperst".
    "Hier!" (immer mit Ausrufezeichen!) darf gerne übersetzt werden mit "Beweg deinen Hintern augenblicklich hierher und zwar ganz genau bis vor meine Füße!"

    Soviel zur Theorie. (Über den Rest hülle ich Schweigen. Und ja, mit jedem Hundelebensjahr werde ich lässiger und bemerke manchmal, dass der Hund es ist, der die Kommandos ausspricht... Asche auf mein rütterliches Haupt!)

    Sonst alles gut?
    Sei herzlich gegrüßt!!!

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  2. Ha ha! Sehr schön! So muss das :-)

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